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Über Spinnruten 28.12.2010 16:03

Haben sie Probleme bei der Wahl der richtigen Spinnrute?
Der Markt dafür wird immer größer und man weiß gar nicht mehr was denn nun das Richtige für einen ist. Hiermit möchten wir Ihnen die Wahl der richtigen Spinnrute erleichtern.

Verschiedene Techniken erfordern verschiedene Spinnruten

Es gibt Unmengen an Angeltechniken die wir Angler mit Angelruten ausführen können, von Drop-Shot, Texas-Rig, Carolina-Rig, Neko-Rig sowie Jerken, Twitchen, Jiggen, Blinkern, Faulenzen. Die Liste mit Techniken des Spinnfischens könnte man jetzt seitenweise fortsetzen. Aber was hat das mit der Wahl einer Spinnrute genau zu tun? Zwar erfordert nicht jede Technik eine eigene Rute, aber es ist schon von Bedeutung, dass diese auf die jeweilige Technik abgestimmt ist. Um nun herauszufinden was für eine Rute genau die richtige ist, weisen Spinnruten eine Reihe von Merkmalen auf, die im Folgenden ansatzweise erläutert werden.

 

Aktion/„Taper“

Das „Taper“ einer Spinnrute beschreibt die Aktion der Angelrute unter Belastung, also im Drill und bei der Köderanimation. Die Aktion der Spinnrute hat nichts mit dem gebräuchlichen Begriff der Schnelligkeit zu tun, der sich fälschlicher Weise in die Interpretation des Begriffes eingeschlichen hat. Die Aktion der Spinnrute ist vor allem entscheidend für das Animieren des Köders. Der Bereich der Taper geht von „extra fast“ bis „slow“. Das „extra fast“ Taper ist eine extrem ausgeprägte Spitzenaktion, wohingegen das „slow“ Taper eine eher durchgehende Aktion beschreibt.

  • "extra fast Taper“--> Nur das erste Zehntel der Rute ist flexibel, danach wird sie deutlich straffer, und geht in das sogenannte Rückgrat über.
  • "fast Taper“"-->Der flexible Anteil der Rute ist schon größer und dehnt sich über ca. ein Fünftel der Rutenlänge aus, bevor das Rückgrat beginnt.
  • "regular fast Taper““ --> Hier stehen dem Angler ungefähr ein Drittel des Blanks zum Animieren des Köders zur Verfügung. Es handelt sich um die Mitte der Aktionen.
  • "regular Taper““ --> Der flexible Teil beträgt fast die Hälfte des Blanks.
  • "slow Taper““ --> Der flexible Teil der Spinnrute geht beim „slow Taper“ teilweise schon über die Hälfte der Rutenlänge und kann bei einigen Modellen bis ins Handteil hineinreichen.

 

Und welches Taper ist jetzt für welche Technik?

Da die verschiedenen Techniken eine unterschiedliche Animation der Köder erfordern, eignet sich nicht jedes Taper für jede Technik.

Gummifischpräsentation, Finesse-Techniken:

Diese Techniken werden zumeist mit Gummiködern betrieben, welchen man, meist durch schnelle kurz Sprünge, eine fängige Aktion verleiht. Dafür eignen sich besonders das „extra fast“ und das „fast“ Taper. Das starke Rückgrat ermöglicht uns das sichere und schnelle Setzen des Hakens. Wobbler, Twichbaits: Für diese Ködergruppe eignet sich am besten das „regular fast“ oder „regular“ Taper. Die hier doch etwas flexiblere Spitze ermöglicht ein sauberes und einfaches Animieren des Köders. Crankbaits, Spinnerbaits, Swimbaits: Diese Köder, die meist nur einfach eingekurbelt werden, verlangen ein „slow“ Taper. Sie erzeugen eine hohe Vibration, welche von der Aktion teilweise aufgenommen wird und so ein entspanntes Fischen ermöglicht. Außerdem wird es dem Fisch erleichtert den sich ständig bewegenden Köder „einzusaugen“.

Natürlich darf das alles nicht so eng genommen werden, aber im groben kann man mit dieser Einteilung der Aktion eher Vorteile und Nachteile für die bevorzugten Angeltechniken erkennen. 

Länge

Spinnruten gibt es in den verschiedensten Längen. Normalerweise liegen die Längen zwischen 160-330cm. Aber nicht jede Länge eignet sich für den Einsatz jeder Ködergruppe und jeder Umgebung. Fischt man vom Ufer sind längere Ruten von Vorteil, da man häufig höhere Wurfweiten benötigt. Vom Boot kann man den Angelplatz anfahren und benötigt keine großen Wurfweiten. Worauf trotzdem noch zu achten ist, ist das es ab einer gewissen Länge schwerer fallen kann, kurze und zugleich schnelle Bewegungen zu machen, da man einen viel weiteren Weg zurücklegen muss. Ein Beispiel dafür wäre die Technik des „twitchen“. Hier soll sich der Köder möglichst häufig auf kleinem Raum bewegen. Mit langen Spinnruten entsteht meist eine Zugbewegung und die Technik ist mangelhaft ausgeführt. Auch wenn die Technik mit einer langen Angelrute beherrscht wird, ist sie mit einer kurzen Spinnrute deutlich ermüdungsfreier durchführbar.

Teilung

Zur Zeit sind die meisten Spinnruten auf dem Markt in der Mitte symmetrisch geteilt. Aber Ruten ohne Teilung im Blank und nur einem abnehmbaren Griffstück, bzw. komplett einteilige Ruten kommen immer mehr in den Trend. Dies liegt daran, dass die Aktion und die Übertragung harmonischer und ohne die Teilung besser vonstatten geht. Ein jedoch nicht von der Hand zu weisender Nachteil solcher Spinnruten ist die sehr lange Transportlänge. Des Weiteren gibt es auch Spinnruten die aus mehr als zwei Teilen bestehen, dabei handelt es sich zumeist um Travellerruten auch Reiseruten genannt.

Griff

Spinnrutengriffe gibt es in vielen Formen und Längen. Je länger der Griff ist, desto größer ist der Hebel beim Wurf. Der Nachteil an einem langen Griff liegt darin, dass es hinderlich bei der Köderführung sein kann. Je kürzer der Griff ist, umso größer ist die Beweglichkeit die man beim Fischen hat. Ein langer Griff kann aber noch aus einem anderen Grund von Vorteil sein. Beim „Faulenzen“ z.B. kann die Spinnrute unterm Arm fixiert werden und im Anschlag kann mehr Kraft übertragen werden. Es gibt aber auch besondere Griffe, bei denen man z.B. den direkten Kontakt zum Blank hat, dazu ist dieser so unterbrochen, dass genug Platz vorhanden ist um einen Finger auf den Blank legen zu können. Dadurch ist eine größere Köderkontrolle gegeben, wodurch ein am Grund ankommender Jig vom Angler sehr gut erfühlt wird.  Außerdem können Griffe von Spinnruten aus den verschiedensten Materialien bestehen, am gebräuchlichsten sind allerdings Duplon und Kork.

Rollenhalter

Auch der Rollenhalter kann von Rute zu Rute variieren, er kann von oben oder unten geschraubt werden, aber eigentlich ist nur darauf zu achten, dass die Rolle sicher fixiert ist und nicht wackelt.

Wurfweiten

Die Wurfweiten sind vor allem auf zwei Eigenschaften zurückzuführen, dem Zusammenwirken von Taper und der Länge. Je flexibler bzw. durchgehender die Aktion der Spinnrute ist, umso mehr kann sich die Rute aufladen und so den Köder auf große Weiten bringen. Auch die Länge spielt eine Rolle, denn je größer der Hebel ist, umso größer sind auch die Wurfweiten.

Wurfgewicht

Das Wurfgewicht ist eine Angabe des Herstellers die das maximale und das minimale Wurfgewicht der Spinnrute angibt. Das optimale Wurfgewicht liegt also in der Regel in der Mitte dieser Angabe. Es wird aber bei einigen Spinnrutenherstellern auch angegeben. Das minimale Wurfgewicht sagt aus, ab welchem Ködergewicht sich der Blank auflädt, was aber nicht heißt, dass man keine geringeren Gewichte damit werfen kann. Das maximale Wurfgewicht soll angeben, ab welchem Gewicht der Blank überladen ist und ein gutes Wurfverhalten nicht mehr gegeben ist. Manchmal weichen aber auch die Herstellerangaben vom persönlichen Empfinden ab und sind somit nur als ungefährer Richtwert zu nehmen.

Schnurklasse/Schnurstärke

Diese Angabe empfiehlt die zu benutzende Schnurstärke. Also für welche Schnurtragkraft die Spinnrute empfohlen wird. Die Schnurklasse wird in lb angegeben, in Deutschland wird die Angabe der Schnurtragkraft in kg gemacht, man sollte dieses nicht mit lb verwechseln und vor der Wahl der Schnur diese Angabe gegebenenfalls umrechnen. Ein kg entspricht dabei 2,2 lb.

Power

Die Power sagt aus wie viel Kraft die Rute hat. Die Power ist angepasst an das Wurfgewicht, denn so höher dieses ist, desto mehr Kraft hat die Rute dann auch. Die Power wird auf den Ruten mit Buchstaben angegeben, UL(ultra-light), L(light), ML(medium-light), M(medium), MH(medium-heavy), H(heavy) und XH(extra-heavy).

Beringung

Angelruten können unterschiedlich beringt sein. Die Anzahl und Größe kann variieren. Je mehr Ringe eine Rute besitz, desto harmonischer und sauberer verteilt sich die Aktion auf den Blank. Eine Rute kann also kaum zu viel Ringe haben, eher sind es zu wenige, wodurch die Aktion unharmonisch wird. Außerdem Spielt die Größe eine wesentliche Rolle, je größer der Ringdurchmesser ist, desto größer ist auch die entstehende Reibung und desto unkontrollierter wird die Schnur geleitet. Worauf sie noch achten sollten ist die Stabilität, es gibt Ein-, Zwei- und Dreistegringe. Umso mehr Stege der Ring hat umso stabiler ist der Ring an den Blank befestigt. Je schwerer und härter die Angelmethode ist, desto stabiler sollten die Ringe gewählt werden. Fischt man leichter muss darauf nicht so großen Wert gelegt werden und es wird somit Gewicht gespart.


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